12N14P2820

© Dr. Ralph Okon 02042007

Motorenseite

Eigentlich handelt es sich hier um keinen reinen Selbstbau, sondern um die Reparatur eines gegrillten Axi 2820.
Allerdings hatte sich sehr früh herausgestellt, daß der Axi im Prinzip nur noch ein Bausatz war - Magnete lose, Wicklung und Statorisolation waren völlig hinüber.

Der Prüfung auf festen Sitz mittels Skalpellklinge haben ohne wirklichen Kraftaufwand 6 Magnete nicht standgehalten.
Sie sind mit einem gummiähnlichen fadenziehenden kleber befestigt gewesen.

Das Ohmmeter zeigt zudem Durchgang zwischen wicklung und stator.
Leider sieht man jetzt noch nicht, ob es einer oder mehrere Statorschlüsse sind.
Ich tippe auf mindestens 2, da an 2 der 6 Spulen der Lack vom Draht gebrannt ist.
Auch die Isoschicht des Stators ist mehrfach beschädigt.
Die Wicklung ist original vergossen und die aussen sitzenden Isostreifen sind in den Nuten sauber verklebt.
Auch die obere Lagerbuchse scheint verklebt zu sein.
Ob sich alles ohne weiteren Schaden anzurichten wird lösen lassen; muss sich zeigen.

Wärme hilft wie immer.
Das Vergusszeugs lässt sich thermisch zu erweichen-
also gab es wenigstens diesbezüglich Licht am Ende des Tunnels.
Nach dem Trennen der Stränge zeigten sich Masseschlüsse auf allen 3 Wicklungen.
Man sieht die verkohlte und weggebrannte Iso unter allen 3 bewickelten Zähnen.
Dieser Motor wäre btw. so weiterbetrieben ein hervorragender Reglerkiller gewesen!
Gewickelt ist der Motor als echter lrk , im mfly-modus von der Mitte aus multistrand mit 11 strands 0,2 -0,25mm. dDas entspricht etwa einer Singlestrand-wicklung mit 0,7- 0,8er Draht.
Die Abdeckung beträgt sinnvolle 75%.
Die ersten beiden Phasendrähte sind aufgewickelt.
Gewickelt habe ich ihn jetzt mit 10Wd 1,0 verteilt.
Der Motor ist im Stern verschaltet, wieder auf dem Statorträger und die Zuleitungen und der Sternpunkt sind vernünftig isoliert.
Auch die Magnete sind wieder an ihrem Platz, diesmal mit loctite 638.
Wie sich inzwischen gezeigt hat, scheint diese Verklebung auch einem ausgiebigen Testlauf über mehrere Minuten (!) standeghalten zu haben.
Der Motor mit einer passenden Luftschraube versehen auf dem Teststand.
Dabei hat er folgendes gezeigt:
Bei 8,95V und 26,5A dreht der kleine Axi die 16x8 Aeronaut am 55er Mittelstück jetzt mit 4250rpm.
Das sind über 1500g Schub mit Riesenstrahldurchmesser.
die 18x8 dreht er am 55er mittelstück mit 4070rpm.
Das sind etwa 1700g schub mit 40km/h.

ich habe den ex-axi schnell nochmal an 4s getestet:
12x8/55aero 13,80V 26,09A 7318rpm 360,04W
13x7/55 grp 13,80V 26,97A 7273rpm 372,19W
Das sind dann über 2kg schub, obwohl die möglichen 30A noch nicht ausgenutzt sind.


Der Silk von SMG-Gerten ist ein schicker Flieger, der mit dem relativ kleinen Axi dennoch zweckmäßig motorisiert wurde.

Arno schreibt:

"Der Steigflug war o.k., zwar nicht sehr steil, aber dennoch gings trotz der immerhin ca. 2,5 kg Gewicht recht zügig nach oben.
Mit dem 3600 mah Akku waren 4 Steigflüge auf eine für die Thermiksuche ausreichende, also relativ grosse Höhe locker drin.
Nach ca. 45 min. bin ich dann wegen beginnender Nackensteifigkeit gelandet, bin das Thermikfliegen halt nicht mehr gewohnt.
Der Akku war noch nicht leer, mindestens ein Steigflug wäre sicher noch drin gewesen.
Motorlaufzeit pro Steigflug waren jeweils geschätzte 30-45 Sekunden.
Ich denke, ca. 45 min Flugzeit mit nur geringer Thermik sind für den Erstflug doch schon mal ganz gut, bei genauerer Einstellung des Fliegers ist sicher noch mehr drin."

Fazit:

Reparatur und Anpassung ans Modell sind gelungen!
Der maximale wirkungsgrad konnte gesteigert werden
Erwartungsgemäß hat sich die Wirkungsgradkurve nach links verschoben.

 

Navigation