9N8P Highspeed-Colorado

© Dr. Ralph Okon 07082004

 

Experimentalmotoren

 

Die 9N8P bzw. 10P- Auslegung passt gut zum Coloradostator und verspricht eine deutliche Erhöhung der Drehzahl gegen die 12P Auslegung.
Das Wickelschema für beide Varianten ist AaA BbB CcC.
Die Wicklungen eines jeden Stranges liegen also direkt nebeneinander und es sind keine weiten Sprünge zum nächsten Zahn nötig.
Auf dem Bild sind schon 2 der Phasen aufgewickelt.
Dicker Draht sollte es wieder sein - 0,85er war gerade zur Hand.
Der Wickeltest hatte max. 11Wd ergeben, also habe ich 10Wd gemacht, um auf der sicheren Seite zu sein.
Die Wickelköpfe sind, bedingt durch die Drahtstärke, relativ hoch, gehen aber gerade noch so unter die Originalglocke.
Die Lage der Anfänge und Enden der Phasen nebeneinander verleiten zur Dreiecksschaltung.
Der Test zeigte dann, daß diese Auslegung doch etwas heiß war.
Bei fehlerfrei gewickeltem Motor zog dieser mit einem Mittelstück als Last 6,5A bei einer Drehzahl deutlich über 20000rpm.
Trotz dieses "relativ geringen" angezeigten Stromes wurde der 25A Regler wahrscheinlich auf grund der vielen Schaltvorgänge ziemlich schnell warm und schaltete sogar einmal ab.

Dann doch lieber zurück auf die Sternschaltung. Der Leerlaubstrom pendelte sich so auf 3,3 A an 3s3p LiIon (U= 10,86V) ein. Das Laufgeräusch erinnert jedoch immer noch sehr an ein Zahnarztwerkzeug.

Glockentest 1 mit 10Magneten 7 x 6 x 2
Die Abdeckung erscheint okay.
Hier liegen jetzt probeweise 7 x 6 x 2 und zusätzlich 7 x 3 x 2 je Pol in der Glocke.
Am Ende habe ich dann 8 Pole mit je 2 Magneten 6 x 7 x 2 eingebaut und die Zwischenräume mit Balsa verfüllt.
Die Abdeckung liegt bei 85% - mit Abdeckungswerten über 80% habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht.
Die Magnete sind mit loctite 638 eingeklebt - diese wärmefeste zähelastische Verklebung erscheint mir deutlich haltbarer als der knochenharte Sekundenkleber.
Auf der Welle erkennt man den kleinen "spacer" - ein Stückchen Messingrohr mit Innendurchmesser 4 mm, daß das genau so lang ist, daß das Schaben des Kupferdrahtes am Glockenboden eben verhindert wird.
Die endgültige, als Stern verschaltete Bewicklung mit 10Wd 0,85.
Zur Leistung:
an der 6 x 3 Grp klapp mit 50mm Mittelstück 14350rpm bei 8,4V und 24,8A. (das Mittelstück ist viel zu groß (d prop=18,5cm=7,2"), hatte aber kein kleineres).
mit den 7 x 4 Grp CAM-Blättern sind's 11600rpm, auch am zu großen Mittelstück.
Zur praktischen Anwendung eines solchen Motors schreibt ALBRECHT ZIGGERHOFER:

Dieser 8-Poler ist mit 16 Windungen 0.71er (im Dreieck) gewickelt, zieht 25 A bei Vollast mit der Günterlatte. Drehzahl ist nur bis 13000rpm gemessen, hab mich nicht mehr getraut. Er läuft mit einem 30A Regler in einem Microjet (3000er Lipo)-Halbgas und senkrecht ab die Post; mein Testpilot (12 Jahre alt) war halbwegs überfordert, vor allem beim Start; das Ding kannst du nur mit Halbgas oder weniger werfen ansonsten dreht er sich sofort ein (Drehmoment ohne Ende).

Wie sich inzwischen herausgestellt hat, hat dieser Motortyp eine ziemlich unangenehme Eigenart:
Durch die nur rotationssymmetrische "Gruppenbildung" im Bewicklungsschema zeigt der Motor einen sehr rauen Lauf.
Dies resultiert daraus, daß die bei der Bestromung einer Phase entstehende Kraft nur an einer Seite des Rotors angreift und diesen so ständig zu verkanten versucht.
Je länger die Gruppe, desto stärker ist diese Eigenart ausgeprägt.

 

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