Mein Motorteststand

Version26052005by DrRalphOkon

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Ein einfacher Teststand zur Aufnahme der wictigsten Motordaten ist imho ein absolutes MUSS.

Das beliebte Laufenlassen in der Hand mag bei einem kleinen CDR mit Günni noch machbar sein, aber spätestens beim Monster oder crocodil ist das nur noch ohne Prop zu machen.
Mit einer 15Zoll Luftschraube drauf, hält den dann keiner mehr mit der bloßen Hand.

Sinnvoll ist es, Strom, Spannung und Drehzahl gleichzeitig messen zu können.
Die Strommessung erfolgte an einem auf 20A=200mV abgeglichenen Präzisionsmeßwiderstand.
Ich nutzte dazu 2 baugleiche Vielfachmessgeräte mit großem Digitaldisplay.
Dazu kam ein einfacher optischer Drehzahlmesser, beleuchtet mit einem vom BEC gespeisten weißen LED vor dem Propellerkreis, um vom Tageslicht unabhängig zu sein.

Ohne eine ausreichende Zahl an Testluftschrauben nützt ein Teststand wenig, weil die Last- und Drehzahlbereiche der Motoren von "Schnurrz" bis "Croco" extrem differieren.
Schubmessungen mit Waage halte ich persönlich für totalen nonsens, davon bringt mich keiner ab. Einzig verlässliche Schubmessmethode: Aufballastieren des fertigen Fliegers bis er gerade noch senkrecht geht. Die Drehzahl mit einer bestimmten latten sagt übrigens genausoviel oder genauso wenig.
Für einen groben Überschlag reichen üblicherweise die Ergebnisse von "standschub.de"-10%
Ich halte auch nix vom Messen mit Netzteil.
Sicher Ansichtssache, aber ich will den tatsächlichen Verhältnissen im Flieger möglichst nahe kommen.
Ergo nehme ich die Akkus, die dann auch im flieger eingesetzt werden von 2s bis 6s.
Da weis ich recht genau, was nach 20-30 sec. wirklich noch kommt. (bin reiner Seglerflieger mit Aufstiegshilfe)
Hier sieht man die LED und den Drehzahlmesser etwas besser.

 

Der Regler war dann ein inzwischen TMM 60A-Typ um noch ein paar Reserven zu haben.

 

Zur Ansteuerung des Regler verwendete ich einen kleinen Logik-Baustein a'la Servotest.
Luftschrauben bis 20 Zoll Durchmesser passen auf den Stand.
Mit etwas Übung gelang es übrigens recht gut, 3 Werte gleichzeitig zu sehen und kurz abzuspeichern - reine Kopfsache!

Bei meinen "Monstern" und "Crocos" darf ich nicht vergessen, den Prüfstand am Boden anzutapen, sonst rast er bei Vollgas einfach davon.
War schon eine lustige Sache, als mir das das erste mal passiert ist......

ABER...
Wenn man gerade bei größeren Luftschrauben deren Durchmesser nicht beachtet und in den Arbeitsbereich gerät, gibt es auch mit Teststand böse Verletzungen und es ist Schluß mit lustig!

Die Spitzen einer 18 Zoll Luftschraube bewegen sich bei 5000 u/min (croco) mit 120 m/s durch die Luft. Das sind umgerechnet 430 km/h !!!
Wie ich feststellen durfte, geht eine Kohlefaserluftschraube schon bei der halben Geschwindigkeit fast schmerzlos mehrfach knapp 1 cm tief durch den Handballen.

Wohl dem, der sofort das passende Equipment für eine ordentliche Wundversorgung zur Hand hat.

Inzwischen habe ich mir ein "Unitest 2" zugelegt, was wegen seiner Datenlogfunktion die Gewinnung brauchbarer Meßwerte deutlich vereinfacht und es in den Teststand integriert.
Hier vermesse ich gerade einen meiner 3x18N-dittos mit verschiedenen Luftschrauben.
Der Referenzregler ist inzwischen ein 80A JAZZ geworden, der akku ein 20C 3200mAh Kokam Lithiumpolymertyp.
Mit diesem Equipment kann man auch den "croco" sinnvoll testen, wenn man den teststand mittels Schraubzwinge am Tisch fesselt.

 

Man sollte sich darüber im klaren sein, das hochwertige industriell genutzte Prüfstande mehrere 10.000 Euronen kosten.

Wenn man seine auf einem so einfachen Teststand mit einfachen Messgeräten gemessenen Daten mit der nötigen Distanz und dem Wissen um die umfangreichen Fehlermöglichkeiten nutzt, hat man für einen internen Vergleich der eigenen Motoren auf jeden Fall genügend Genauigkeit.

Wichtig ist, daß man sich einmal auf ein Equipment festlegt (Prüfstandmechanik, Regler, Messgeräte, Kabellängen und Querschnitte, Testpropeller) und dann immer wieder damit misst.

Kabelquerschnitte und -längen sowie Steckverbindungen haben einen erheblichen Einfluss.
Wenn man davon ausgeht, daß die Länge der Phasendrähte in den Motoren zwischen 0,8 und 2,0m liegt, dann sollte klar sein, daß ähnliche lange Kabel zwischen Regler und Motor die Messungen ganz erheblich verfälschen - das ganze um so mehr, je dünner der Draht und je höher der Strom ist.
Sollten sich die Daten aus der üblichen Range herausbewegen, dann hilft oft Nachmessen und das Testen des Teststandes mit einem Referenzmotor nebst Referenzpropeller.
Auf diese Weise ist es mir mehrfach gelungen, Fehlmessungen auf die Schliche zu kommen.

Auch Leerlaufmessungen an vielen verschiedenen Spannungen und das eintragen in ein U/I - Diagramm kann dabei sehr hilfreich sein.
Gerade für die Nutzer der verschiedenen Varianten des "Motorrechners" von Helmut SCHENK ist dieses Verfahren ein absolutes MUSS, weil möglichst genauen Leerlaufdaten dort absolut notwendig sind.

 

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