Statorbleche isolieren durch brünieren


Ein Gastbeitrag von Martin Götzenberger

© Dr. Ralph Okon 07082010

Anleitungen


Der Stator eines bürstenlosen Motors wird aus gutem Grund geblecht. Die einzelnen Bleche bieten erheblich weniger Möglichkeit für Wirbelströme als ein massiver Stator. Dabei hat sich gezeigt, daß einzelne verbundene Punkte quasi keinen messbaren Einfluss haben. Nur ganzflächig verbunden sollten die Bleche nicht sein.
Gestanzte Bleche sind im Normalfall von sich aus isoliert, weil auf dem Blech schon bei der Herstellung eine Isolation aufgebracht wird. Diese Isolation ist manchmal eine sichtbar graue Schicht, manchmal, wie bei diesen 12N 22mm Blechen, kann man aber auch nichts erkennen. Erst ein Multimeter (man beachte auf Messbereich 20MOhm) zeigt daß die Bleche isoliert sind.
Die gleiche Messung an einem 18N 25mm Blech aus der Minicroco-Aktion zeigt dagegen sofort: da ist keine Iso drauf. Der Messbereich ist hier 200Ohm, der Messwert entspricht fast der 'Nullmessung'. Diese Bleche wurden nicht gestanzt, sondern geätzt. Eine Isolation hätte sicherlich das ätzen verhindert, so daß das Ergebnis nicht verwundern sollte.

Die Bleche sollten also irgendwie Isoliert werden. Lack wollte ich nicht, Phosphatieren war eher das Ziel. Vorversuche mit Rezepten aus dem Netz schlugen Fehl. Ein Sud aus Cola und Spülmittel hatte zwar ein hübsch fahlgraues und rostfreies Aussehen zur Folge, die Isolationswirkung war jedoch gleich null.
Irgend wann bin ich dann auf ein ganz interessantes Mittel gestoßen. Ein chemisches Mittel, mit dem man kalt alle möglichen Stähle brünieren kann. Ich habe das Mittel in einem Waffenladen gekauft, es war dort gleich an der Theke vorhanden, sollte also eher etwas übliches sein.
Die Bleche habe ich alle erst einmal mit dem Colasud entrostet, um eine saubere Ausgangsbasis zu haben. Dann habe ich die Bleche gestapelt und in ein Schälchen gestellt. Man braucht hier nicht unbedingt eine CPU-Schutzkappe, da tut's jedes Teil aus Plastik.
Dann wird der ganze Stapel gründlich mit der Chemie getränkt. Am besten geht das wenn die Bleche noch leicht feucht sind, wie sie es nach dem Colasud und spülen sowieso sind. Es bildet sich ein grünlicher, schlitzriger Belag. Angeblich reichen 3 Minuten, mehr schadet aber auch nicht. Es ist besser mehrere kleine Chargen zu brünieren, als einen zu großen Stapel zu machen.
Nach den besagten 3 Minuten kann man die Bleche dann einzeln abreiben. Das geht hervorragend auf einer alten Jeans. Vermutlich durch die Oberflächenstruktur bleibt man kaum an den vielen scharfen Ecken des Stators hängen.
eider sieht man es auf dem Bild nicht so schön, aber das untere mittlere Blech ist noch roh, die anderen sind jetzt schön schwarz.

Auch der Test mit dem Multimeter hat dann gezeigt, daß die Bleche erfolgreich isoliert wurden.

Leider habe auch ich keinen Vergleichstest mit isolierten und unisolierten Blechen. Ein früherer Test mit Urcrocoblechen hatte eigentlich keine Verbesserung gezeigt, aber vielleicht waren die damaligen Bleche ja tatsächlich auch durchsichtig lackiert. Auf jeden Fall sehen die Bleche so viel besser aus, und schon deswegen muß es besser sein ;-)

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