Test: YELLOW- Proton

© Dr. Ralph Okon 16062006

Das Päckchen von Michael (Chef von MH-Airpromotions und selber begeisterter Modellflieger) ist da.

Mein erster Eindruck vom Proton:

Viel besser als erwartet.

Insgesamt ein "Rundum-Sorglos-Paket" was hier eingetrudelt ist.

Der normale Kunde hätte ja sich auch einen Regler mit geordert und dass der als "YELLOW BRILLIANT" gelabelte eigentlich ein "YGE" ist, wissen mittlerweile die meisten, die sich mit Reglern und Motoren intensiver befassen.
Über die bekannten Qualitäten dieser Regler weitere Worte zu verlieren hieße Eulen nach Athen zu tragen.

Jedenfalls Motor, Mitnehmer, O-Gummiring, Befestigungsmaterial
und vor allem eine ausführliche und imho sogar einsteigertaugliche Beschreibung sind drin.

Prop + Ersatzprop gehören nicht zum Set, sind aber wie der Regler mitkaufbar.

Zunächst zur Beschreibung:
Es sind wirklich alle speziell für einen Einsteiger relevanten Warnhinweise drin - vom Unterschied zwischen Kurzzeit- und Dauerlast über den richtigen Akku und die richtige Luftschraube bis zu etwaígen Eisenspänen im Luftspalt.

Allerdings ist die Schriftgröße für über 40-jährige nur suboptimal lesbar und auch die optische Gliederung könnte deutlicher sein.

Auch mein erster visueller Eindruck vom Motor ist sehr gut.
einfach mal was wirklich anderes.
Die Biegestabilität der Glocke ist beim Proton trotz Kunststoffeinsatz deutlich größer als bei einer Blechglocke.
Man muß wesentlich mehr Kraft als bei der Blechglocke aufwenden, um Magnete und Stator zur Berührung zu bringen.
Auch der den allseits bekannten 22,7/4,2er GB-Stator umschließende Rückschluss ist deutlich dicker als bei einer Blechglocke.
Hier zeigt mein Messschieber 0,8mm statt 0,55mm bei der "powerschnurrz"-Blechglocke.
Das sollte dem Magnetsystem und damit dem Wirkungsgrad des Motrs zugute kommen.
Zu den Einflüssen von Magnetsystem und Bewicklung au die Motordaten siehe auch hier!

Hier der Proton neben einem unbewickelten Blechglockenbausatz mit selbstgebohrten Kühllöchern.

Die Digitalwaage zeigt für den Motor 22,4g an. Das bestätigt die Herstellerangabe (22g).
Aussendurchmesser = 27,5mm
Höhe des Rückschlussringes: 9mm.
gesamte Wellenlänge = Motorlänge = 39mm
freie Wellenlänge: 8mm
Die Optik ist meiner Meinung nach um Längen besser - aber, ob auch die Leistungsdaten halten, was dieser Anblick verspricht.

Die Zuleitungen sind einzeln isoliert und mit einem weiteren Ring gemeinsam am Trägerrohr festgelegt und verklebt.

Mal abgesehen davon, dass ich ja ein bekannter Litzenhasser (Wicklung mit 14 Windungen zu einem 0,45er Volldraht querschnittsäquivalenten HF-Litze) bin, finde ich an der Bauausführung des Motors incl. Befestigung für den vorgesehenen Einsatzzweck nichts zu meckern.

Das Litze zumindest im Bereich der Zuleitungen durch ihre Flexibilität die Lebensdauer des Motors erhöhen kann, ist allerdings unstrittig.

Die Magnetabstände der geraden 5x5x1mm Magnete in der Qualität N50 sind ebenso gleichmäßig wie der ca. 0,3mm breite Luftspalt.

Die Stahlhohlwelle sieht schick aus und ist hinten sogar gesichert.
Die Sicherung aus Messing ist aufgepresst und sitzt sehr fest.
So fest, dass sie sich ohne Hilfsmittel nicht demontieren lässt, was den Unkundigen dazu verleiten könnte (verbotener und unsinnigerweise!) die Schrauben am Glockenboden zu lösen, falls es mal notwendig sein sollte (besagte Eisenspäne im Luftspalt.

Ob eine Hohlwelle bei einem normalen Gebrauchsmotor einen Zweck erfüllt, soll jeder für sich entscheiden.
Die von meinem hochverehrten und allseits bekannten Konkurrenztester Bello gewünschte Kohlefaserhohlwelle in irgendeiner Weise mehr Sinn machen könnte, stelle ich absolut in Abrede.
Neben der fehlenden Druckfestigkeit unterbindet sie auch die Wärmeableitung aus dem Stator.
Als Hohlwelle wäre sie dann völlig unbrauchbar....

Das mitgelieferte Befestigungsystem ist funktionell tadellos.
Lediglich bei der Passgenauigkeit der Ausfräsung (Pfeil), die die Mutter hält, hat man es etwas zu gut gemeint bzw. die beiliegende Mutter war etwas größer als das Prüfobjekt.
Wie auch immer, das "Problem" ließ sich mit einigen Feilstrichen am schicken GFK-Frästeil schnell beheben.
Gleiches zeigte sich am Mitnehmer.
Er ist sehr genau gearbeitet.
2 ganz kleine Grate an den inneren Enden der eingeschnittenen Gewinde verhinderten das Aufschieben zuverlässig und verklemmten den Mitnehmer.
Gewalt wäre hier absolut fehl am Platze.
Ich habe eine untermaßige Welle als "Reibahle" benutzt und "Bahn gemacht".
Dafür sitzt der Mitnehmer anschließend saugend und spielfrei.
Evtl. wäre das noch einen Hinweis in der Gebrauchsanweisung wert, um zu verhindern, das der Motor durch rohe Gewalt schon beim Zusammenbau beschädigt wird.
Da ich bisher keine YGE -Regler verwende (mein erster wird 80A haben) habe ich auf dem Teststand mit dem mit Sicherheit vergleichbar guten "mini-pix" von Kontronik getestet.

Dazu habe ich an den Testmotor 2mm Goldkontaktstecker angelötet um eine vernünftige Verbindung zum Regler herzustellen.
Das ist imho auch die einzige konstruktive Lücke im Set, es sei denn, man verlötet Regler und Motor direkt miteinander und spart so sogar noch etwas Gewicht.

Das ganze Antriebssystem nochmal im zusammengesetzten Zustand.
Das Halterungsrohr kann auf eine beliebige Länge gekürzt und so eingeklebt werden.
Das Befestigungssystem erscheint insgesamt sinnvoll, einfach und betriebssicher.
Die gemessenen Daten sehen wirklich gut aus, auch wenn man sie einem Bastlermotor gleichen Drehzahlniveaus gegenüberstellt.
Ich habe hier den spannungsmäßig am besten passenden Datensatz eines ziemlich äquivalenten Motor aus dieser Testreihe gegenübergestellt.
Die ausgewählte Bewicklung ist keine extreme und sollte etwa ab dem 5. Motor auch dem Einsteiger gelingen.

Wie man sieht ist der maximale Wirkungsgrad des Proton sogar geringfügig höher ausgefallen als beim Selbstbau.
Die 7800rpm aus der Beschreibung werden mit der empfohlenen GWS 8"x 4,3" Latte tatsächlich erreicht (an 4 verschiedenen Propellern getestet, um sicherzugehen)-
sogar mit weniger Spannung und weniger Strom als auf der Webseite des Herstellers angegeben.
Damit ist auch die wichtigste Angabe zu den Leistungsdaten eindeutig bestätigt worden.

 

In obigem Diagramm sind beide Motoren für 7V gerechnet, um die punktuelle Vergleichbarkeit der Kurven herbeizuführen.
Unter Belastung kann die füllgradbessere Volldrahtwicklung zurückschlagen.
Der gerechnete Wirkungsgrad am Arbeitspunkt mit der empfohlenen 8"x4,3" GWS (7800rpm) ist beim Bastlermotor ca. 3% höher.
Auch der Leistungsdurchsatz ist um 15% gewachsen.
Das gilt für die verglichenen 7V.
Bei niedrigerer Betriebspannnung würde diese Differenz immer kleiner werden.

Fazit:

 

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